Was können wir von der Natur lernen?

In diesen Zeilen möchte ich weder auf Gartentipps oder der Permakultur eingehen, sondern auf die wunderbare Natur. Vielmehr möchte ich philosophisch werden und zum Nachdenken anregen. Von der großen Mutter Natur können wir einiges lernen.

 

Shaolin Mönch in himmlischer Landschaft
© Pixabay

1. Geduld

2. Ruhe

3. Aktzeptanz

4. Bescheidenheit

1. Geduld

 

Die Geduld ist ein sehr wichtiger Punkt. Zufällig schreibe ich diesen Text – mit der Hand -, an dem Tag, als ich mit dem Nachbarsjunge Angeln gegangen bin. Ganz kurz meine Erfahrungen und Eindrücke:

Zunächst sind wir zum Weiher im Dorf gefahren. Schon bei der Fahrt hat er mich gefragt, ob ich mich besonders freue, wenn wir einen RIESEN Karpfen fangen.

 

Meine Antwort auf diese Frage:

 

„Ich bin froh, wenn wir überhaupt etwas fangen“

 

Diese Antwort hat ihm weniger gut gefallen. Im Anschluss wollte er ein Wettrennen zum Weiher veranstalten. Er dachte, er würde mich sofort abhängen. Eingegangen bin ich auf den Wettkampf eher weniger und schneller als ich war er auch nicht 😊

Am Weiher angekommen hat er hektisch das Brot ausgepackt, an den Hacken befestigt und rausgeworfen. Immer wieder hat er betont, dass er einen großen Karpfen fangen will.

Ich habe mich einfach neben ihn gesetzt und ihn beobachtet. Auch die wundervolle Atmosphäre genossen. Der kühle Luftzug, die schattenspendenden Bäume sowie die Ruhe und frische Luft.

 

Einfach Herrlich 💚

 

Im Übereifer hat er nach wenigen Minuten immer wieder den Köder eingeholt und ausgeworfen. Wenn der Wurf nicht in der unmittelbaren Nähe des RIESEN Karpfen gelandet ist, so hat er den Hacken hektisch eingeholt. Aufgrund der ganzen Seerosen und Algen hat er den Köder immer wieder verloren.

 

Frustriert sagte er:

 

„Es kann doch nicht wahr sein, dass ich keinen Karpfen fange“

 

Auch hat er betont, dass ich doch etwas unternehmen soll. Zum Beispiel ihm neuen Köder besorgen. Ich habe verneint und gemeint:

 

„Wir hatten unsere Chance gehabt und habe sie nicht sinnvoll eingesetzt“

 

Schlussendlich haben wir an dem Tag nichts gefangen. Allerdings habe ich hier wertvolle Einblicke in unsere Gesellschaft erhalten. Die möchte ich nun mit euch teilen.

 

Wir sind fokussiert auf das ganz große. Alles muss perfekt laufen und am besten sofort. Das beginnt schon bei der Kindererziehung und in der Schule.

Die Sprösslinge müssen schon so früh wie möglich lesen können und später in der Schule die besten Noten haben. Natürlich wird das eigene Ego aufgebauscht, wenn der Nachwuchs besser und begabter ist, als andere Kinder. 😉

Das Gymnasium darf nicht fehlen und ein Einser Examen in Jura ist natürlich auch Pflicht. Schließlich müssen sie es ja auch besser haben als ihre Eltern.

Es folgt ein großes Haus, ein teures Auto und selbstverständlich mehr Geld als die anderen.

In meiner Ansicht lässt uns diese materielle Gier und der enorme Leistungsdruck viele wesentliche Dinge vergessen.

Besonders den langen Atem. Wir wollen alles sofort haben und das natürlich perfekt. Wir haben einfach keine Geduld mehr und genießen die Momente nicht mehr. Ein Baum zum Beispiel trägt auch erst nach einigen Jahren und ein Salatkopf braucht auch mehrere Wochen bist er groß und knackig wird.

Zuvor muss aber erstmal investiert werden. Die Pflanzen brauchen die richtige Pflege und Fürsorge, damit sie überhaupt wachsen. Liebe gehört dazu 💚

Oder anders ausgedrückt:

Durch ziehen an einer Sprosse oder Pflanze lässt sich auch nicht größer werden

 

Also nehmen wir uns einfach die Zeit und genießen sie. 😊

Wie ein Koalabär, der an einem heißen Tag ruhig am Baum hängt. 🐨 😊

 

Außerdem sollten wir aufhören uns ständig mit anderen zu messen und den Menschen etwas beweisen zu wollen. Das will uns Mutternatur nicht sagen.

Ein Angelhacken an der Oberfläche
© Pixabay

2. Ruhe

Dröhnende Autos, laute Partymusik, Baustellen an jeder Ecke und die lauten Gartengeräte. Unser Umfeld überflutet uns mit Reizen. Sei es der Lärm, chemische Gerüche und die blinkenden Farben. Unsere Nerven sowie unser Geist kommt einfach nicht zur Ruhe. Selbst am Feierabend nicht. Schnell noch die Termine für die Arbeit checken oder vor dem Fernseher die Tagesschau betrachten. Überflutet von negativen Informationen und Ängsten, drehen unsere Gedanken sich darum, was MORGEN sein könnte. Folglich können wir das HIER und JETZT nicht genießen und das MONKEY MIND hindert uns unsere jetzige Aktivität bewusst zu erledigen. Eine Kuh auf der Weide grast auch den ganzen Tag. Wenn sie das Bedürfniss nicht mehr hat zu grasen, dann hört sich auf und fängt bei Lust wieder an.

 

Also gehen wir einfach raus in die Natur. An die frische Luft in den Wald. Dort ist es ruhig und Stil und man kann die Seele wunderbar baumeln lassen. So ein meditativer Spaziergang ist doch heilsam.

3. Aktzeptanz

Ein Punkt, den ich nicht immer erlebt habe. Aufgrund meiner radikalen Umstellung auf die Rohkost vor einigen Jahren und der Tatsache, dass ich mein gutes Studium für die Permakultur und ein Leben im Einklang mit der Natur aufgegeben habe, dürfte ich mir diverse Sprüche anhören:

„Die körperliche Arbeit schaffst du nicht mit dieser Ernährung“

„Du siehst aus wie ein KZ-Häftling“

„Du brichst dein Studium ab und liegst auf der Tasche deiner Eltern und gehst dabei noch einen Irrsinn nach“

„Du warst so erfolgreich und nun wirfst du alles für NICHTS hin“

 

Schon paradox wie die Menschen reagieren, wenn ein junger Mann sich bewusst für eine andere Lebensweise entscheidet.

Die Tai Qi Sprüche wahren noch nicht einmal dabei. 😄

Durch Beobachtungen in der Natur habe ich gelernt, dass es egal ist, wie du aussiehst, welchen Beruf du hast oder Ausbildung. Solange du einen aktiven Teil beiträgst und andere unterstützt ist alles in Ordnung. In einem Ameisenhaufen oder Bienenvolk ist niemand besser als der andere. Jeder hat seine Aufgaben und dieser erfüllt er auch. Auch die wunderbaren Bäume übernehmen ihre Aufgaben im Wald. Eine Lärche hat eine andere Bedeutung als eine Fichte. Beide zu vergleichen und eventuell den anderen besser zu stellen ist irrsinnig. Der eine kann nicht ohne den anderen existieren. Danke für die Erkenntnis Erwin Thoma, die du während deiner Arbeiten in der Natur gewonnen hast 💚

Yin und Yang in einer Blumenwiese
© Pixabay

4. Bescheidenheit

Wir haben heutzutage sehr viele Probleme, durch die Ausbeutung der Natur. Immer stärker werdende Dürren, Rodungen von Wäldern für den Nahrungsmittelanbau und der Energiegewinnung. Neuerdings ist der Hambacher Forst groß in den Medien präsent. Zusätzlich Ölkriege, die Gier nach Macht und dem Geld.

Ich bin der Ansicht, dass wir unsere Prioritäten falsch setzen. Wir leben heutzutage in einem so enormen Überfluss und wollen mit unserer blinden Gier noch immer mehr. Dabei sind uns andere Menschen oder die Umwelt relativ, solange die Folgen uns nicht direkt vorgeführt werden. Zum Beispiel bezahlen einige Menschen eine enorme Summe, um sich jedes Jahr die neueste Unterhaltungselektronik anzuschaffen. Das dabei eventuell Menschen ausgebeutet werden und unter schlechten Arbeitsbedingungen diese Gegenstände produzieren müssen ist irrelevant.

Natürlich müssen die Geräte am nächsten Tag sofort und ohne Umwege vom Postboten angeliefert werden. Das er dabei jegliche Geschwindigkeitsbegrenzungen umgeht und dabei fast kleine Kinder überfahren werden wahrscheinlich auch billigst im Kauf genommen.

Zum Ausgleich werden Nahrungsmittel billig im Discounter eingekauft. Das Fleisch für wenige Euro oder Obst und Gemüse von fernen Länder importiert. Natürlich auch diese zu Spotpreisen, von dem ein anständiges Leben auch kaum möglich ist. Der Schaden, der der nachfolgenden Generation entsteht ist enorm.

Einerseits wird für die konventionelle Massentierhaltung eine enorme Menge von Wasser und Futtermittel benötigt. Für die Kultivierung dieser Nahrung werden Regenwälder abgeholzt. Heimat von einer Vielfalt von verschiedenen Lebewesen und wichtige Regulatoren für das Klima. Auch werden findet der Anbau nicht nach dem Sinne der Natur statt, sondern es wird Monokultur betrieben und chemische Gifte werden aufgebracht.

Außerdem werden den Tieren auch Medikamente verabreicht, damit diese überhaupt diese Umstände überstehen. Diese ganzen Stoffe werden mit aufgenommen und belasten natürlich den Körper, auch wenn die Folgen nicht sofort ersichtlich sind.

Die Natur ist bescheiden und nimmt sich nur das Nötigste. Überschuss dient der Unterstützung. Dieses Prinzip kann man auch bei Bäumen erkennen. Die Samen eines Baumes landen auch unmittelbar in der Nähe der Mutter. Daraus entstehen kleinere Sprösslinge, die emporwachsen wollen. Selbstverständlich könnte man meinen, dass der Mutterbaum das nicht zulässt, um keine Konkurrenz zu haben. Jedoch geht es hier viel mehr um die Erhaltung. Ist die Mutter gut mit Nährstoffen versorgt und hat keine Nöte, so lässt sie die Nährstoffe für die Sprösslinge übrig, damit diese wachsen können. Kommunikation über die Wurzeln zu den verschiedenen Mikrolebewesen finden auch statt. Mehr dazu findest du auch hier.

Nach Jahrzenten ist die Zeit der Mutter gekommen und gibt ihren Platz dem stärksten der Sprösslinge ab, die im Anschluss mehr von der Sonne genießen können.

Eine wunderbare Vorstellung, wie die Kooperation in der Natur stattfindet und das nicht nur unter Artgenossen. Die Vielfalt von Pflanzen und Lebewesen ist auch ein wesentliches Prinzip der Permakultur.

Ach ja, habe ich fast vergessen.

Energieprobleme?

Forschungen von Tesla!

Eine Schlaue Eule mit Brille
© Pixabay

Abschließend möchte noch sagen, dass ich diesen Worten einfach aus meinen Gedanken entnommen, als ich in der Natur über das Leben nachgedacht habe. Ohne fachliche oder wissenschaftliche Hintergründe. Wie am Anfang erwähnt habe ich einfach philosophiert. Die Aussagen eines Gedichtes oder Goethes Faust sind auch Interpretation eines jeden Einzelnen.

Für mich ist die Natur wunderbar und ich bin froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe und das P.E.A.C.E. Projekt ins Leben gerufen haben.  Ich weiß, dass es kein einfacher Weg sein wird, aber es wird sich lohnen. Zudem stemme ich das Projekt nicht ganz allein. Es finden sich immer wunderbaren Seelen, die einem ihre Unterstützung anbieten. Dafür bin ich sehr dankbar.

💚💚💚

Laotse Tao the King, 76

 

„Der Mensch, wenn er ins Leben tritt,

ist weich und schwach,

und wenn er stirbt,

so ist er hart und stark.

Die Pflanzen, wenn sie ins Leben treten,

sind weich und zart,

und wenn sie sterben,

sind sie dürr und starr.

Darum sind die Harten und Starken

Gesellen des Todes,

die Weichen und Schwachen

Gesellen des Lebens.

Darum:

Sind die Waffen stark, so siegen sie nicht.

Sind die Bäume stark, so werden sie gefällt.

Das Starke und Große ist unten.

Das Weiche und Schwache ist oben“.

 

Vielen Dank für das Teilen 🙂

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