Schnecken natürlich bekämpfen

Mit  Schneken habe ich mich in der letzten Maiwoche  zunehmend auseinandergesetzt, sowohl in dem Garten bei meiner Eltern als auch auf meiner Partzelle am Acker. Natürlich weiß ich, dass die hilfreichen Lebewesen ihren Sinn und Zweck in der Natur erfüllen. Sie sind sozusagen der natürliche Mechanismus der Ausmusterung von schwachen Pflanzen. Damit möchte die Natur gewährleisten, dass starke Lebewesen und Pflanzen sich durchsetzen. Der Schneckenschleim der dadurch entsteht ist auch ein guter Nährstoff für die Humusbildung.

Allerdings ist es gerade für einen Anfänger im Garten sehr deprimierend, wenn die mit Liebe angezogenen Pflanzen, Stück für Stück ihr Dasein beenden. Daher möchte ich dir einige nachhaltige Tipps und Tricks geben, wie dieses Ungleichgewicht bewältigt werden kann. Ganz ohne CHEMIE!

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1. Absammeln​

Die erste Sofortmaßnahme, wenn es nach feuchten Tagen zu einer Flut von Schnecken kommt. Einfach das Beet ablaufen und die kleinen Tierchen an einen anderen Ort bringen. Am besten 300 Meter von den Beeten entfernt.

 

ACHTUNG !!

 

Einige von euch kennen zum Beispiel das Bild des Gärtners, der mit einem Messer auf der Lauer ist. Das solltest du VERMEIDEN.  Schnecken werden von Fäulnisgerüche angezogen und sie verzehren auch ihre eigenen Artgenossen, um aufzuräumen.

Damit du nicht zeitaufwendig deine ganze Beete ablaufen musst, hier einige Tricks, um eine ganze Masse anzusammeln.

1.1 Die Bierfalle​

Diese Methode hat mir mein Vater vorgeschlagen. Schnecken reagieren auf den Geruch des Bieres und werden davon angelockt. Die Falle schaut folgendermaßen aus. Man nehme einen Eimer und gibt Bier hinzu. Das lockt schon mal die kleinen Kriecher an. Im Anschluss muss man eine Überdachung entwerfen, aus der die Schnecken hinein aber nicht mehr herauskommen. Außerdem lockt der Geruch auch die Schnecken aus den herumliegenden Gärten an.

Also, du siehst, dass diese Methode sehr zeitaufwendig ist. Da gibt es noch viel wirkungsvollere Möglichkeiten.

1.2 Gezielt Ablenken​

Einfach in die Lage der Schnecke versetzen. Sie frisst gerne schwache und faulige Pflanzen. Zum Aufräumen und zur Kompostierung ist sie dar. Daher kann man sich das Wissen zu Nutzen machen und bewusst schwächere Pflanzen anbauen, die übrig geblieben sind oder Salatblätter oder sonstige Küchenabfälle zu einem Haufen bauen. Ein kleines Ablenkungsmanöver, damit die Schnecken die Beete meiden.

1.3 Das Holzbrett​

Nachdem ich dem regionalen Urproduzenten von meinen Problem berichtet habe, hat er mich diese Empfehlung gegeben. Einfach ein Holzbrett zwischen die Beete legen und die Unterseite feucht halten. Die Schnecken werden am Morgen oder an wärmeren Tagen sich unter dieses dunkle und feuchte Brett zurückziehen. Somit kann man während des Tages einfach unter das Brett schauen und die dort befindlichen Schnecken weg transportieren.

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2. Gartenpflege

Selbstverständlich spielt auch die regelmäßige Pflege im Garten eine wichtige Rolle. Damit meine ich, wie zum Beispiel mein Gieß- und Düngeverhalten ist. Bei diesen Punkten können auch Schnecken angelockt werden, wenn es zum falschen Zeitpunkt oder in einem zu starken Maße durchgeführt wird.

2.1 Die Bewässerung

Wasser ist der Grundstein aller Dinge. Es ist ein Lebenselixier. Sowohl wir Menschen, als auch die Pflanzen benötigen Wasser für den Erhalt unserer Körperfunktionen. Die Pflanze braucht Wasser für ihre Photosynthese (In der ersten Phase 😀). Dem Wachstum der Pflanze.

Allerdings lieben Schnecken eine feuchte und dunkle Umgebung. Daher ist es empfehlenswert am frühen Morgen seine Lieblinge zu gießen. Das führt auch dazu, dass die Pflanze am fortlaufenden Tag wieder trocknen kann, wenn sie doch an sich und ihre Blätter getroffen wurden. Auch wie wir Menschen, mögen unsere Freunde es nicht permament feucht zu sein.

Es gibt auch viele Technicken, um die Bewässerung einzudämmen. Wenn gegossen wird, dann in großer ausreichender Menge, damit es für die nächsten Tagen nicht mehr nötig ist. Die Pflanze wird dadurch nicht mehr verwöhnt und bildet, auf der Suche nach Wasser, tiefere Wurzeln. Dadurch ist sie in Trockenperioden widerstandsfähiger und gegen starke Böhen gut vorbereitet.

Wenn die Sprösslings eine beachtliche Größe angenommen haben, so kann das Hacken am Abend auch dafür sorgen, dass der Boden feucht gehalten wird. Die klassische Methode, um den Boden vor Austrocknung  zu schützen ist das Mulchen. Ich bedecke den Boden mit Grassschnitt oder Brennessel. Jedoch nicht zu viel von den natürlichen langzeit Dünger nehmen. Sonst legen die Schnecken ihre Eier unter die Schicht ab.

2.2 Brennesseljauche

Wer nachhaltig seinen Garten pflegt, der wird nach einige Zeit auch die Brennesseljauche einsetzen. Sie ist auch sehr praktisch und vielseitig einsetzbar. Zu dem Dünger habe ich bereits einen Blogartikel verfasst. Den findest du hier. Das Problem ist jedoch, dass die Jauche durch einen Verwessungsprozess entsteht. Deshalb hat sich auch diesen intensiven fauligen Geruch. Das lockt natürlich Schnecken an. Diese Denken, die Pflanze geht vor die Hunde. Daher würde ich die Jauche an Tagen verwenden, an denen es schön sonnig und warm ist.

Viel einfacher ist der Brennesselsmoothie. Einfach ein paar Brennesseln in einen Hochleistungsmixer geben und einen klassichen Smoothie herstellen. Diesen mit dem Gießwasser im gleichen Verhältnis wie die Jauche verdünnen und fertig. Die Nährstoffe sind der Pflanze sofort verfügbar und man muss nicht Tage warten, bis die Jauche fertig ist.

Auch ein Sud von Rhabarber sollen Schnecken meiden. Dazu auch ein Artikel. Den findest du hier.

3. Bodenbearbeitung

Ich denke, dieser Punkt ist selbsterklärend. Je besser der Boden ist, desto gesünder sind die Pflanzen und die Schnecken haben keinen Grund ihr Werk zu verrichten. Die Pflanze kann sich gut verwurzeln in dem luftigen Boden. Schnecken meiden in der Regel solche Pflanzen. Daher sind die vorangezogenen Sprießlinge in den ersten zehn Tagen sehr gefärdert.

Aber mit der richitgen Bodenbehandlung dürfte auch das kein Problem darstellen.

3.1 Bodenverbesserung

Schnecken können sich gut an flachen und feuchten Oberflächen fortbewegen. Humösen Boden mögen sie eher weniger. Der krümmelige Boden macht ihnen zu schaffen. Alles über Humus findest du hier. Die Pflanzen werden stark und die Schnecken können sich nur schlecht fortbewegen.

Also, worauf wartest du?

 

Stelle deinen eigenen Kompost her, besorge dir eine Wurmkiste oder Bokashi und beimpfe deinen Boden mit Effektiven Mikroorganismen.

 

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3.2 Schneckenbarrieren

Auch kleine Barrieren um die Pflanzen herum, kann vor einem Befall schützen. Zum Beispiel kann man Urgesteinsmehl um die Pflanze legen oder mit Schafswolle seine Beete mulchen. Die Schnecken werden mit der Oberfläche nur wenig fertig und meiden die Beete. Es gibt diese Schafspellets zu kaufen, aber man kann auch einen regionalen Hirten fragen, ob er die Wolle seiner geschorenen Schafe benötigt oder nicht.

Auch die Reste vom Kaffeefilter können verwendet werden. Dieser hat ebenfalls eine krümmelige Struktur. Zudem Kaffee ein Nervengift für die Pflanzen darstellt. Ich habe mal ein Video gesehen, in dem er sein Gießwasser mit den Kaffeeresten vermischt hat. Er soll dabei die Schnecken abgeschreckt haben.

Also ich persönlich bevorzuge die Schafswolle.

 

Ein Schaf
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MÄH MÄH

4. Förderung von Nützlingen

Warum müssen sich viele mit den Kriechern auseinandersetzen?

Jeder Plage ist ein Ungleichgewicht in der Natur. Daher finde ich das den wichtigsten Punkt, den man für lange Zeit ausführen sollte. Lebensraum für eine Vielfalt von Tieren schaffen. Es sollte eine Pflicht sein, in seinem Garten Stellen anzubieten, in denen sich andere Tiere ansiedeln können. Eine Wildwissenecke zum Beispiel.

Eine Vielzahl von Tieren haben Schnecken zum fressen gerne. Darunter gehören zum Beispiel:

 

🐨 Echsen, Salamander und Kröten

🐨 Hühner oder Laufenten (Achtung, knabbern auch gerne am Salat)

🐨 Vögel (Amseln, Drosseln, Elstern, Fischreiher, Möwen, Saatkrähen, Spechtmeisen, Stare)

🐨 Insekten (Glühwürmchen, Laufkäfer, Leuchtkäfer, Marschfliegen)

5. Fazit

Wie bei Pilzkrankheiteno oder Schädlinge aller Art. Man sollte die Ruhe bewahren und nicht hektisch zur Chemiekeule greifen. Einfach ruhig und gelassen handeln. Bewusst nachdenken, was die Ursache für das Problem ist und nach Langzeitlösungen suchen.

Auch bei mir haben die Schnecken viele Pflanzen gefressen. Ich habe das hingenommen und die kleinen Tierchen nicht verflucht. Schließlich bin ich auch Teil des Problems, wenn ich nicht für ein Gleichgewicht sorge. Das müssen wir Menschen lernen, nachdem wir jahrelang die Natur augebeutet haben und das Gleichgewicht der Natur zerstört haben.

Außerdem ist Schneckenschleim sehr nährstoffreich und fördert die Humusbildung. Es gibt doch immer etwas Positives. 😀😀

Vielen Dank für das Teilen 🙂

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